Altamirage EN
Graue Substanz

App ins Hirn

Worauf sie 2045 bei der App für’s Gehirn achten sollten.

Auf einen Kaffee

Haben Sie eine Meinung zu Mac vs. Windows? Nutzen Sie Apps? Dann haben Sie in der ein oder anderen Form schon über die entscheidende Frage nachgedacht, vielleicht ohne es so auszudrücken: was kann die Software? Denn Macs sind nicht allein schöner als PCs, es ist das Betriebssystem von Apple, das den eigentlichen Unterschied macht(e). Dass heute Apps allgegenwärtig sind und auf manchen Endgeräten nur noch Apps laufen ist auch ein Softwareproblem.

Dieses Problem begegnet uns wieder bei elektronischen Implantaten. Ob Herz- oder Hirnschrittmacher, die Hardware ist heute schon relativ weit entwickelt, die Software aber steckt nicht mal in den Kinderschuhen. Es wird aber die Software sein, die die Revolution einleitet. Das war 1789 so und wird 28 Jahre wieder so sein. Dazwischen sowieso.

Das Problem auf Medikamente übertragen verdeutlicht es. Stellen Sie sich vor, Sie könnten eine Pille nehmen und dabei würden weder Aufnahme, Verteilung, Metabolismus im Körper noch die Ausscheidung am Ende eine Rolle spielen. Geschluckt, schon ist der Wirkstoff am gewünschten Zielort. Das heißt, Pharmakokinetik würde umgangen, es zählt nur Pharmakodynamik.

Das ist in etwa die Situation bei elektronischen Implantaten. Dann – und nur dann – ist der entscheidende Unterschied, ob Sie die Pille einfach schlucken oder zuvor in einhundert Teile teilen und diese im Sekundenabstand einwerfen. Oder in zehntausend Teile und millisekündlich schlucken. Was bei Pillen nicht geht, ist für elektronische Implantate kein Problem. Jede Einnahmevorschrift ist letztlich ein Algorithmus. In einem elektronischen Implantat entspricht dies der Software.

Auf die Software sollten Sie achten, wenn sie das MI9000 bei Cyberport vorbestellen.

Auf den BrainLogs gibt es zur Zeit fast schon ein kleines Bloggewitter unabgesprochen zum Thema Neurochips.

© 2012, Markus A. Dahlem