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Graue Substanz

Die Grenzen der Physik aus Sicht eines vergessenen Physiologen

Der Ignorabimus sollte auch unter dem Aspekt des Wandels der Physiologie des 19. Jahrhunderts und dessen politischen Kontext gehen werden. So schrieb ich vor vier Jahren hier. Diese Einschätzung mag ja meine persönliche Ignoranz gewesen sein. Umso mehr freute mich, als Ende letzten Jahres ein Buch erschien (MIT Press, 26,25€, Link zum Verlag), dass endlich in der gebührenden Tiefe Emil du Bois Reymond uns wieder ins Gedächtnis ruft.

.. the long-awaited “Emil du Bois-Reymond—Neuroscience, Self, and Society in 19th-century Germany” by @gabridli pic.twitter.com/pY8AOx5Fgy

— Markus A. Dahlem (@markusdahlem) January 29, 2014

Ich habe es noch nicht vollständig gelesen. Deswegen hier nur eine Vertragsankündigung des Autoren, mit folgender bemerkenswerten Kernaussage:

Die Grenzen der Physik: Eine Sicht von dem größten vergessenen Intellektuellen des neunzehnten Jahrhunderts Die Kontroverse des späten neunzehnten Jahrhunderts über die Grenzen des Wissens wurde allgemeinen beschrieben als Krise, von der die Wissenschaft noch nicht losgekommen sei. Meine [Gabriel Finkelsteins] Forschung unterstützt die entgegengesetzte Interpretation. Der Initiator der Kontroverse, Emil du Bois-Reymond, war ein Physiologe, der sein ganzes Leben gegen die Kräfte des Obskurantismus arbeitete, ob vorgebracht von Katholiken und konservativen Rechten oder von der szientistischen und chiliastischen Linken. Du Bois-Reymond Agnostizismus in Richtung der ultimativen Natur des Geistes und der Materie muss daher als Bekenntnis gesehen werden und nicht Ablehnung seines Glaubens an die Vernunft. [von Gabriel Finkelstein, Link]