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Graue Substanz

Diese Woche: Migräne Verkaufsschlager?

Beim Streifzug diese Woche durch das Netz fand ich das Wort Migräne zweimal auf den Titel gehoben. Bei einem gerade erschienen Buch über Tierarztgeschichten und bei der Spiegel-Kolumne Fragen Sie Frau Sibylle:

Herr Doktor, mein Hund hat Migräne!: Haar- und fellsträubende Tierarztgeschichten

Drogen & Liebe: Nie mehr Migräne

Leiden Tiere überhaupt an Migräne?  Die Diagnose Migräne wird anhand der Anamnese gestellt. Da man Haustiere nicht direkt fragen kann, sondern höchsten aus ihrem Verhalten Antworten ableiten könnte – sind sie lichtscheut, wenig aktive? –  lautet die einfache Antwort nein. Eine tiefergehende Antwort würde den Rahmen sprengen – kurz: vielleicht. Apropos vielleicht, vielleicht geht es in dem Buch vor allem um die Tierpsychologie und Analogien zum menschlichen Verhalten? Oder ist der Titel nur Marktgeschrei? Oder beides?

Bei Sibylle Bergs Kolumne geht es nicht um Migräne. Es geht um Drogen, Liebe und pharmakologisch optimierte Lebensqualität. Bei letzterem wäre der Bezug zu Migräne ja durchaus gegeben. Doch natürlich wird Migräne über „Schatz, nicht heut’ Nacht“ in den Text gebracht. Und sogar gleich in die Schlagzeile? Na klar, Sex sells.

Stellt sich für mich ernsthaft die Frage, wenn hier schon nicht der inhaltliche Kern herausarbeitet wurde, dachte man wirklich Migräne eignet sich als Verkausschlager? Möglich bei einer Volkskrankheit. Möglich und sehr billig. Man kann sich mal fragen, warum das bei keiner anderen Krankheit so gut funktionieren würde?