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Graue Substanz

Diese Woche: Zweimal Migräne und traditionelle chinesische Medizin

Gleich zwei mal ist diese Woche Migräne im Zusammenhang mit der traditionellen chinesischen Medizin ein Thema im Netz. Gemeinsam ist beiden Veröffentlichungen, dass sie versuchen, Komplementärmedizin mit naturwissenschaftlicher bzw. evidenzbasierter Medizin zu verbinden. Ansonsten sind sie sehr unterschiedlich.

Anfang der Woche wurde ein Protokoll zur Erstellung einer systematischen Übersichtsarbeit veröffentlicht. Langsam setzt es sich mehr durch, dass noch durchzuführende Studien vorher bekannt gemacht werden müssen. Gut in dem genannten Fall ist auch, dass selbst der Begutachtungsprozess dieser Vorabpublikation offen ist. Kritikpunkte drei verschiedener Gutachter sind somit vorab nachvollziehbar.

Acupuncture for acute migraine attacks in adults: a systematic review protocolBMJ Open, 5, e006968. [Akupunktur bei akuten Migräneattacken bei Erwachsenen: Protokoll einer systematischen Übersichtsarbeit]. Link zum offenen Begutachtungsprozess.

Ende der Woche, also heute vor wenigen Stunden, kam ein Beitrag „Migräne – ein Frauenleiden neu verstehen“. Es wird ein Buch vorgestellt, in dem angeblich „[e]rstmals … ein Arzt das Thema ‚Migräne‘ mithilfe der Traditionellen Chinesischen Medizin und der naturwissenschaftlichen Medizin [beleuchtet].“ Der Beitrag ist von dem Buchautoren selbst verfasst. Ich finde durchaus interessante, lesenswerte Gesichtspunkte, gerade auch solche, die kontrovers sind. Gleichzeitig findet sich halt fast alles in dem Beitrag. Er liest sich für mich ein wenig so, als ob der Autor einmal mit der Schrotgewehr auf ein Medizinlexikon geschossen hat und die Fetzen neu zusammen setzt.