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Graue Substanz

Migräne gebloggt #1

Was schreiben eigentlich andere Blogger über Migräne? Diesmal: über ein kleines rosa Männchen und seinen rosanen Ochsen, den rostigen Bohrer aus dem Treppenschrank und der Beziehung von Migräne zu Schlaganfall.

Die meisten Blogs über Migräne sind in Englisch verfasst. Diese werde ich von Zeit zu Zeit hier aufgreifen und Lesetipps geben. Suche ich nach “migraine blog” bei Google, finde ich gut 33 000 Treffer. Es ist also eine sehr aktive Szene da draußen. Und – siehe da – mein Name ist gleich hinter dem ersten Link zu finden.

Gleich der erste Beitrag, den Google findet, führt zum “Opinion – Migraine Blog”der New York Times. Für mich war das das Blog, das mich zum bloggen brachte, bei dem ich am liebsten gleich mitmachen wollte. Aber nur Autoren die eigene Erfahrungsberichte beitragen konnten, sollten damals dort schreiben. Das Blog ist mittlerweile geschlossen. Dort schrieben damals zum Beispiel Oliver Sacks und Siri Hustvedt, von der ich heute einen Beitrag auswähle. Auch mein Kollege, Dr. Klaus Podoll, mit dem ich die Migraine Aura Foundation führe, wurde eingeladen und so gelangte zumindest mein Name auf die Startseite. Ein Anfang.

Mein Lesetipp aus diesem Blog: Lifting, Lights, and Little People von Siri Hustvedt, stellvertretend für alle älteren Beiträge. Denn meist werde ich aktuelle aufgreifen.

Auszug:

I was lying in bed reading a book by Italo Svevo, and for some reason, looked down, and there they were: a small pink man and his pink ox, perhaps six or seven inches high. They were perfectly made creatures and, except for their color, they looked very real. They didn’t speak to me, but they walked around, and I watched them with fascination and a kind of amiable tenderness. They stayed for some minutes and then disappeared. I have often wished they would return, but they never have.
[Ich lag im Bett, las ein Buch von Italo Svevo und aus irgendeinem Grund blickte ich nach unten und da waren sie: eine kleines rosa Männchen und sein rosa Ochse, etwa 15 Zentimeter hoch. Sie waren perfekt gemachte Kreaturen und abgesehen von ihrer Farbe, sahen sie sehr real aus. Sie sprachen nicht zu mir, aber sie gingen herum und ich beobachtete sie mit Faszination und einer gewissen liebenswürdigen Zärtlichkeit. Sie blieben für einige Minuten und verschwanden dann. Ich habe mir oft gewünscht, sie würden zurückkehren, aber sie taten es nie. (Übersetzung M.A.D.)]

Ein kleines rosa Männchen und sein rosa Ochse. Ja, wir reden immer noch über Migräne. Aber das ist auch für mich, der ich wohl weit über tausend Symptomberichte im Internet las, mit das Abgefahrenste. Wer mehr von Siri Hustvedt liest, versteht aber auch die Komplikationen, die hier eine Rolle spielen. Ich will aber nicht mehr veraten.  Der Nächtse, bitte.

The postdrome: migraine’s silent sister von Scicurious, einer sehr bekannten Bloggerin (Neurotiic Physiology, Scientopia), die diesen Beitrag allerdings nicht in ihren Blog sondern für den Guardian vor genau einem Monat, am 18. Mai 2011 schrieb.

Als Auszug gleich die Einleitung:

Last week I had a migraine. To some that won’t mean much, but fellow sufferers will know that it means hours, or even days, of nausea, light sensitivity, sound sensitivity, and crushing, pulsing pain. The kind of pain that makes you think (in the moments when you can think at all) that self-trepanation with the rusty drill from the understairs cupboard might be a viable option.
[Letzte Woche hatte ich eine Migräne. Einigen sagt das nicht viel, Leidensgenossen aber werden wissen dass es Stunden oder sogar Tage der Übelkeit, Lichtempfindlichkeit, Geräuschempfindlichkeit bedeutet und Erbrechen, pulsierende Schmerzen. Die Art Schmerzen bei denen Sie denken (in den Momenten, in denen Sie überhaupt noch denken können), dass Selbst-Trepanation mit einem rostigen Bohrer aus dem Treppenschrank ein Ausweg sein könnte. (Übersetzung M.A.D.; Trepanation ist die operative Öffnung des Schädels)]

Dieser Beitrag geht insbesondere auf den “mental hangover” nach der Kopfschmerzattacke ein, was sich vielleicht mit “psychischen Kater” übersetzen liese und die postdrome Phase meint, die noch ein bis zwei Tage nachwirkt. Der Nächste, bitte.

Im Blog Allison in Migraine Land fand ich am 3. Juni den Beitrag*:* Stroke & Migraine- What do we need to know?

Zitat:

According to the New England Journal of Medicine*, “Twenty-seven percent of all strokes suffered by persons under the age of 45 are caused by Migraine. Stroke is the third leading cause of death in this country.” The National Migraine Association states that “more people died from Migrainous stroke last year than were murdered by handguns.” That report was in 2006, but still, I don’t know about you, but to me that’s pretty eye opening.*
[Nach Angaben der Zeitschrift New England Journal of Medicine sind “27 Prozent aller Schlaganfälle von Personen unter 45 Jahren durch Migräne verursacht. Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in diesem Land.” Die National Migrane Association sagt, dass “mehr Menschen im letzten Jahr durch migränösen Infarkt starben als durch Handfeuerwaffen ermordet wurden.” Dieser Bericht ist aus dem Jahr 2006, aber egal, ich weiß nicht wie es euch geht, mir hat das ziemlich die Augen geöffnet. (Übersetzung M.A.D.)]

Ich kenne diese Studie nicht und habe nachgefragt. Allison will sich nochmal bei mir melden. Ich hänge dieses dann ggf. in den Kommentaren an. Ich empfehle insbesondere das Video, dass in diesem Beitrag verlinkt wurde und in dem das Risiko klar und ohne Panik zu machen erklärt wird.

Link

Kurze URl zu diesem Beitrag

http://goo.gl/wcXwp