Wie man mit einem ungeordneten Haufen von Informationen die Idiotie befördert.

In einem FAZ-Artikel “Die drei Formen der Ignoranz” stellt Jürgen Kaube eine Arbeit des Chicagoer Soziologen Andrew Abbott vor [1]. Ich habe den Originalartikel von Abbot noch nicht gelesen, und um das Lesen geht es. Denn wird geschrieben ohne zu lesen, fördert das die Unbildung. Das zumindest kann ich ungelesen aus eigener Erfahrung im Wissenschaftsbetrieb bestätigen. Wie übrigens fast alles, was ich in diesem FAZ-Artikel über Abbotts Arbeit las.
Bevor ich aber nun nicht selbst das Original gelesen habe, will ich an dieser Stelle nur den Hinweis auf diese Arbeit geben (somit geschehen), ein Zitat aus dem FAZ-Artikel hervorheben und zur Diskussion aufrufen.
Vom Alltagswissen aus erfolgt ein Zugriff auf relativ beliebige Gesichtspunkte und Literatur, ein weitgehend ungeordneter Haufen von Informationen wird gesammelt und eine Diskussion eröffnet, die aber nicht darauf aus ist, zu einem verteidigungsfähigen Schluss zu kommen.
Dieses Zitat bezieht sich auf Laien. Weitere Kritik bezieht sich auf Seminararbeiten von Studenten. Ich denke auch Wissenschaftsblogger müssen sich diesen kritischen Anmerkungen stellen. Mein persönlicher Eindruck ist, dass Blogger fast immer versuchen zu einem verteidigungsfähigen Schluss zu kommen. Das zeigt sich in den Kommentaren und oft in pointiert geschrieben Beiträgen.
Es gibt aber auch den Anspruch den Stand der Forschung nicht unbeachtet zu lassen. Also das zuerst Weiterlesen und dann das Einbetten des Beitrages. Dies im Zusammenhang mit einem Kodex für Wissenschaftsblogger zu diskutieren, würde mich an dieser Stelle freuen.
Literatur
[1] Andrew Abbott, Varieties of Ignorance, The American Sociologist, Volume 41, Number 2, 174-189, 2010